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Ulysse Nardin & Girard Perregaux verkauft

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Kering verkauft Sowind Group

Kering verkauft Sowind Group

Von den großen Luxuskonzernen (Swatch Group, Richemont, LVMH und Kering) gibt es einen, der nur am Rande in der Uhrenwelt vertreten ist: Den französischen Modekonzern Kering. Der vor allem für die Marke Gucci bekannte Konzern war im Uhrenbereich mit den beiden Nobelmarken Ulysse Nardin und Girard Perregaux vertreten. Das ändert sich offenbar schon sehr bald.

Im Rahmen eines Management Buy-Outs haben sich die Konzerne von den beiden Uhrenmarken getrennt und an das bisherige Management verkauft. Ulysse Nardin und Girard Perregaux waren bisher unter dem Mantel der Sowind Group, einer 100%-igen Tochter von Kering verwaltet worden.

Bereits seit 2015 befanden sich beide Marken sowohl finanziell, als auch in puncto Ansehen in der Uhrenwelt im Sinkflug. Die Abhängigkeit vom russischen und asiatischen Markt sorgte für massive Umsatzeinbrüche, als der Franken-Wechselkurs zum Euro aufgehoben wurde. Im Portfolio von Kering befindet sich nun nur noch die Schmuckmarke Pomellato, die noch Uhren produzieren. Die Stückzahlen liegen jedoch in einem verschwindend geringen Maß.

Kering verkauft zwei bedeutende Schweizer Uhrenmarken

Die Abspaltung fällt ironischerweise auf den ersten Tag der LVMH-spezifischen Messe „LVMH Watch Week“. In dieser virtuellen Veranstaltung, die über mehrere Tage geht, stellen die Uhrenmarken des LVMH Konzerns (darunter etwa Hublot, TAG Heuer oder Zenith) ihre Neuheiten vor.

Über den Kaufpreis, den das Management für die Sowind Group und damit die beiden Marken bezahlt hat, ist nichts bekannt. Gänzlich getrennte Wege gehen die aufgespaltenen Konzerne dennoch nicht – die Sowind Group wird weiterhin die Produktion für die Armbanduhren der Marken Gucci und Boucheron übernehmen.

Zuletzt erzielte die Sowind Group einen Jahresumsatz von rund 260 Mio. Schweizer Franken. Dass Kering damit nicht einmal ansatzweise die horrend hohen Umsätze der Swatch Group (über 8,2 Mrd. Schweizer Franken) und des Uhren-Departments von Richemont (über 4,0 Mrd. Schweizer Franken) erreicht, liegt nicht nur an der kleineren Markenauswahl. Auch die Positionierung im Nobelsegment ohne ausreichend Marketing scheint den Erfolg nachhaltig verhindert zu haben.

Wie Ulysse Nardin & Girard Perregaux zu Kering kamen

Bereits vor der Übernahme der Marken war Kering am Erfolg der Uhrenhersteller beteiligt. Girard Perregaux, einer der ältesten Uhrenhersteller der Welt, dessen Geschichte bis ins Jahr 1791 zurückreicht, wurde 2011 komplett von Kering übernommen. Bereits ab 2008 sicherte sich der Luxusgüterkonzern Stück für Stück immer größere Anteile an der Marke über die Muttergesellschaft Sowind Group.

Nur drei Jahre später, im Jahr 2014, kaufte Kering auch noch die Marke Ulysse Nardin, die daraufhin  unter die Verwaltung der Sowind Group gestellt wurde, die zu diesem Zeitpunkt für die Uhrengeschäfte von Kering zuständig war. Die Zusammenlegung wurde erst 2019 abgeschlossen – nun sollen die Uhrengeschäfte wieder verkauft werden.

Kering fokussiert sich stärker auf Wachstum

Ähnlich wie auch andere Marken und Konzerne im Luxusbereich möchte Kering sich künftig auf die Luxusbereiche fokussieren, die stark wachsen – der Uhrenmarkt, speziell für diese beiden Marken, gehört allerdings nicht dazu. Während die Swatch Group und Richemont sich schnell vom Corona-Tief erholen konnten, liefen die Uhren von Ulysse Nardin und Girard Perregaux eher schleppend. Ein Grund dafür war und ist vermutlich auch, dass die Uhrenhersteller innerhalb des Kering-Konzerns eher stiefmütterlich behandelt wurden.

Im Jahr 2020 musste die Sowind Group auf Grund heftiger Corona-Einbußen ganze 100 Mitarbeiter entlassen – also rund ein Viertel der kompletten Belegschaft! Zwar konnten die beiden Marken im vergangenen Quartal wieder auf den Wachstumskurs zurück gebracht werden; im Vergleich zu anderen Uhrenmarken sind das Wachstum und auch die Absatzzahlen in absoluten Angaben eher mau.

In der ersten Hälfte des Jahres 2022 soll die Transaktion noch abgeschlossen werden. Welche Pläne die neuen Eigentümer mit den Uhrenmarken haben, ist noch nicht ersichtlich. Da es sich um einen Kauf des Managements handelt, dürfte die weitere Linie im Großen und Ganzen aber unverändert weiter geführt werden.

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