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Altersbestimmung bei Rolex Uhren

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Altersbestimmung bei Rolex

Altersbestimmung bei Rolex

Wer eine gebrauchte Rolex kaufen möchte, der interessiert sich natürlich für das Alter der zu erwerbenden Uhr. Insbesondere im Vintage-Bereich ist das Alter eines Zeitmessers wahnsinnig wichtig. Nur wenige Jahre zwischen zwei möglichen Produktionszeiträumen können leicht mehrere tausend Euro Unterschied beim Marktpreis bewirken.

Alles, was mit Rolex zu tun hat, ist ein halbes Geheimnis. Teilweise werden bestimmte Codes, etwa die Schließen-Codes in Rolex Armbändern, nicht öffentlich publiziert – umso wichtiger ist es dann aber für Käufer, diese Informationen dennoch zu kennen. Nur so lassen sich zutreffende Aussagen über das Alter einer Armbanduhr treffen.

Im Gegensatz zu anderen Marken kann man bei Rolex aus der Referenz (relativ) wenig ableiten. Auch die Seriennummer gibt bei neueren Modellen keinerlei Aufschluss mehr darüber, wann die Uhr produziert wurde. Zudem kann das Wechseln von Armbändern, Uhrengläsern und anderen Einzelteilen über das tatsächliche Alter der Uhr hinwegtäuschen.

In diesem Beitrag zeigt unsere Redaktion, wie Sie bei einer Rolex Uhr das Alter bestimmen können. Verlassen Sie sich dabei aber nie auf einen einzigen Faktor, sondern prüfen Sie ausführlich, welche Zeiträume für die Produktion in Frage kommen. Erst dann lassen sich genauere Angaben über das Alter der Uhr herausfinden.

Rolex Papiere und Garantiekarten

Bei „Full Set“ denken viele Rolex Käufer an die Box und die Garantiekarte. Die heute gängigen Garantiekarten aus Plastik sind aber tatsächlich erst seit wenigen Jahren im Einsatz! Ursprünglich hat Rolex, genau wie praktisch alle anderen Uhrenmarken, Garantiezertifikate in Papierform ausgestellt. Immer vorhanden waren die Werksnummer und die Gehäusenummer.

Ab 1963 fand sich nur noch die Seriennummer (bis dahin Gehäusenummer / „Case No.“) auf den Garantiezertifikaten in verschiedenen Grüntönen. Ab 1966 etwa wurden die großen Garantiezertifikate, die im Format  DIN A5 bis DIN A4 ausgestellt wurden, durch kleinere Papierzertifikate ersetzt. Diese waren nur wenig größer als moderne Scheckkarten.

Ab Anfang der 70er wurden die Garantiezertifikate wieder etwas größer und wurden gefaltet. Eine erhabene, geprägte goldene Schrift und ein rotes Chronometer-Siegel dienten als Schutz vor Fälschungen. Die Zertifikate der 70er enthielten bereits den Händler, das Verkaufsdatum und nach wie vor die Seriennummer.

Die Garantiezertifikate waren jedoch nicht immer einheitlich. Unterschiedliche Länder und sogar unterschiedliche Juwelier-Ketten hatten teils eigene Garantiezertifikate. Selbst kleine „Garantiebücher“, in denen Revisionen der Uhren vermerkt werden konnten, gab es immer mal wieder. Spätere Garantiezertifikate aus Papier hatten geprägte Rolex-Logos als Wasserzeichen.

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Eine Besonderheit stellten immer schon Garantieunterlagen aus den USA dar. Hier hatten die Käufer lediglich 1 Jahr Garantie, was zur damals geltenden Gesetzeslage passte.

Faltbare Garantieunterlagen mit Hologramm & Plastikkarten

Ab Anfang der 90er wurden einheitliche, faltbare Garantieunterlagen aus Papier hergestellt. Frühere Unterlagen hatten die Referenz auf der Vorderseite in Nadeldruck angebracht. Ab etwa 2000 wurden die Referenzen und auch die Seriennummern mit regulärer Tinte gedruckt. Anfang der 2000er wurden die Zertifikate nochmals verändert – jetzt mit 3D-Hologramm in mehreren Farben und zusätzlichen Informationen. Ab Ende 2005 wurden dann die ersten Garantiekarten aus Plastik mit ausgeliefert.

Die bisherigen Plastikkarten enthielten den sogenannten LC (Ländercode, No. Client), sowie die Referenz der Uhr. Außerdem konnte die Seriennummer und der Modellname abgelesen werden. Auf der Rückseite konnte der Juwelier seine Anschrift, das Kaufdatum und den Stempel anbringen.

2014 änderte sich das Checkkarten-Design, sodass nur noch Modell-Referenz und Seriennummer auf der Vorderseite zu sehen waren. Der Magnetstreifen diente dem Juwelier dann als Möglichkeit, beim Verkauf die internationale Garantie zu aktivieren. Seit 2020 sind auf den neuen Garantiekarten nur noch die Seriennummer, die Referenz und das Kaudatum zu finden. Der LC / Ländercode ist überhaupt nicht mehr ersichtlich.

Referenzen und Produktionszeiträume

Die Rolex Referenzen haben wir in unserem Rolex-Bereich auf unserem Portal bereits ausführlich dargestellt. Bereits der einzelnen Referenzen zugewiesene Produktionszeitraum gibt Aufschluss darüber, aus welcher Zeit eine Uhr ungefähr ist. Aber Achtung: Ist keine definitive Referenz bei einer Uhr angegeben oder ersichtlich, muss diese erst in Erfahrung gebracht werden. Manchen Uhren sieht man ihre Referenzen nicht an, bzw. oftmals ähneln sich zwei unterschiedliche Referenzen auf den ersten Blick sehr stark.

Teilweise haben Einzelne Referenzen einen sehr langen Produktionszyklus. Gerade bei älteren Modellen kann dieser bei weit über 10 Jahren liegen. In diesem Fällen taugt die Referenz alleine bei weitem nicht, um das Alter einer Uhr zuverlässig bestimmen zu können. In diesen Fällen müssen noch weitere Faktoren zu Rate gezogen werden.

Leuchtmittel auf dem Zifferblatt

Das Leuchtmittel ist ein wichtiger Faktor bei der Altersbestimmung einer Rolex. Je nachdem, welches Leuchtmittel angegeben ist, kann man hier bereits einige wichtige Kerndaten festlegen. Auf diese Weise können auch ohne Referenz, Uhrwerk, Papiere, etc. erste Mindest- oder Maximalgrenzen festgestellt werden, in denen sich der Produktionszeitraum der Uhr bewegen muss.

Ab 1960 wurden bei Rolex praktisch alle Uhren mit Leuchtmittel auch mit Tritium-Leuchtmasse ausgeliefert. Entsprechend kann eine Uhr mit Tritium-Angabe (T Swiss T, Swiss-T < 25, etc.) nicht vor 1960 produziert worden sein. Bereits ab Mitte der 90er wurde dann aber bei ersten Modellen das radioaktive Tritium durch Luminova Leuchtmittel ersetzt. Das muss jedoch noch nicht zwangsläufig heißen, dass diese Uhr auch wirklich aus diesem Zeitraum stammt!

Bei einer Revision oder einer Modifizierung der Uhr kann das Leuchtmittel oder gar das Zifferblatt komplett getauscht worden sein. Je älter die Tritium Leuchtmasse aber ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für leichte Verfärbungen der Leuchtmasse. Zudem dürfte heute keine Uhr mit Tritium mehr existieren, die noch einigermaßen sichtbar im Dunklen leuchtet. Ab 1998 haben auch die letzten Rolex Uhren kein Tritium mehr als Leuchtmittel – heute sind alle Zifferblätter mit Superluminova ausgestattet.

SEL, Armband und Schließe

Ob eine Uhr vor 2000 oder nach 2000 produziert wurde, ist gerade bei Sportmodellen am Original-Armband vergleichsweise einfach herauszufinden. Hierfür muss man die Uhr lediglich umdrehen – die Endlinks des Armbands geben Aufschluss darüber. Sind diese Endteile hohl, bzw. nur eine Abdeckung an der Front, so handelt es sich definitiv um ein Modell vor 2000. Diese hohlen Endlinks wurden ab etwa 1998 bis 2000 bei allen Oyster-Armbändern durch massive Endglieder ersetzt.

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Diese massiven Endglieder (sogenannte SEL / „Solid End Links“) sehen nicht nur etwas besser aus, sondern sind auch stabiler beim Tragen und leichter zu reinigen. Diese wurden ab den späten 90ern bis 2000 bei allen Rolex Uhren verbaut. Auch das Armband selbst kann aber zu Rate gezogen werden. Modelle vor 1975 hatten gefaltete, hohle Bandglieder. Erst ab 1975 wurden die einzelnen Glieder aus massivem Stahl gefertigt.

Auch die Schließe ist entscheidend. Über die Tabelle in unserer Rolex-Rubrik rund um die sogenannten Schließen-Codes (Clasp Codes) ist ersichtlich, wann welche Schließe verbaut / gefertigt wurde. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Die Schließe oder sogar das komplette Armband könnte nachträglich getauscht worden sein. Diese Angabe ist wie immer im Kontext anderer Merkmale zur Rolex Altersbestimmung zu sehen.

Saphirglas, Laserkrone und Rehaut

Das Glas einer Rolex taugt leider nur bedingt als Merkmal für die Altersbestimmung, da das Uhrenglas häufig bei einer Revision gewechselt wird. Die erste Uhr, die ein Saphirglas erhalten hat, war die Oyster Perpetual 1975, gefolgt von der Oysterquartz und der Day-Date 1978, sowie der Submariner Date 1981. Ab 1991 gab es keine einzige Rolex Uhr mehr, die ohne ein Saphirglas ausgeliefert wurde.

Ab etwa 2001 wurden alle Rolex Saphirgläser schrittweise mit der sogenannten „Laserkrone“ ausgestattet. Ab 2004 dürfte kein Modell mehr ohne Laserkrone ausgeliefert worden sein. Das ist eine feine, ins Glas hinein gelaserte Rolex-Krone als Fälschungsschutz. Ab dieser Zeit wurde auch ein liegendes „S“ bei ausgetauschten Gläsern in die Krone eingelasert. Diese Praktik beendete Rolex aber etwa Ende 2013, Anfang 2014. Seither haben auch Service-Gläser keine andere Laserkrone mehr.

Die Rolex Rehaut Gravur auf der Innenseite des Gehäuses zwischen Zifferblatt und Uhrenglas wurde ab etwa 2006 eingeführt, allerdings dauerte es bis 2007, bis alle neuen Rolex Uhren mit diesem Merkmal ausgestattet wurden. Uhren nach 2007 müssen – abgesehen von der Cellini-Serie – definitiv über die Rehaut Gravur verfügen.

Fazit: Rolex Altersbestimmung im Detail

Alles in allem ist die Altersbestimmung einer Armbanduhr kein leichtes Unterfangen. Insbesondere bei Rolex ist dies ein Bereich, der zum Marktwert der Uhr beiträgt und entsprechend sorgsam bearbeitet werden sollte. Als Grundregel gilt, dass man nie ein einziges Merkmal alleine gelten lassen darf – erst aus dem stimmigen Zusammenspiel mehrerer Merkmale lassen sich klare und sichere Aussagen über das tatsächliche Alter einer Uhr ableiten.

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Kommentare

Dino Windgasse 18. März 2022 um 11:27

Hallo, ich habe eine Explorer II aus 2020 angeboten bekommen, diese hat keine Laserkrone im Saphirglas.
Kann es sein dass Rolex die Laserkronen eingestellt wie auch den Ländercode.

Danke für eine Antwort.
Viele Grüße
Dino Windgasse

Antworten

Luxusuhr.com 18. März 2022 um 14:08

Hallo Dino,
eine Explorer II aus 2020 muss definitiv eine Laserkrone im Glas haben. Allerdings ist die Laserkrone gerade bei Modellen mit weißem Zifferblatt EXTREM schwer zu finden (auch etwa bei der Yacht-Master I Ref. 16223 mit weißem Zifferblatt). Die Krone hebt sich nur sehr schwach vom weißen Hintergrund ab, sodass die Uhr bei starkem Licht sehr schrägt gehalten werden muss, um die Krone sehen zu können.
Sollte tatsächlich keine Laserkrone im Saphirglas sein, könnte es sich – sofern die Uhr keine Replica ist – um ein Aftermarket-Glas handeln. Das ist ein Uhrenglas, das nicht von Rolex selbst stammt. Dieser Umstand mindert den Wert der Uhr aber erheblich.

Liebe Grüße

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