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Minerva Pythagore Grande Applique Test

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Minerva Pythagore Test

Minerva Pythagore Test

Die Pythagore ist ein Klassiker aus dem Hause Minerva, der seit Mitte der Vierziger Jahre mit dem hauseigenen Kaliber 48 produziert wird. Dennoch hat es Minerva bis heute nicht geschafft, sich in den Kreis der großen Manufakturen aufzuschwingen. Zumindest bis dato sind Minerva Uhren deshalb hauptsächlich im Kreis von Uhrenfans und -sammlern bekannt und genießen einen hervorragenden Ruf.

Die Minerva mit der Referenz A482-AA8A ist eine schöne Armbanduhr im Vintage-Stil, die sich vor allem für Liebhaber klassischer Armbanduhren eignet. Das Uhrwerk tickt mit 18.000 A/h, sodass der Sekundenzeiger relativ langsam gleitet – das macht das Werk robust und langlebig.

Abseits der Uhrenwelt gibt es kaum Menschen, die die Marke Minerva kennen, geschweige denn diese mit Luxusuhren in Verbindung bringen. Dennoch ist Minerva einer der angesehensten Namen in der Geschichte der Schweizer Uhrenindustrie. Das Modell Pythagore Grande Applique sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch ein tolles Gesamtkonzept.

Zifferblatt und Zeiger

Die Pythagore Grande Applique hat ein helles, fast weißes Zifferblatt. Die Stunden- und Minutenzeiger in Feuille-Form sowie der Sekundenzeiger sind goldfarben, ebenso die applizierten Nummern. Die kleine Sekunde ist bei der Sechs, in einem kleinen, sorgfältig guillochierten Sekundenzähler. Mit Aufdrucken wurde gespart, was der Symmetrie und Klarheit des Zifferblatts zugute kommt.

So wurden neben den Minutenindexen nur der Minerva Schriftzug und der ‚Swiss Made‘ Herkunftsnachweis gestochen scharf aufgebracht. Die Appliquen sind ebenfalls von hoher Qualität, sauber gestanzt und aufgesetzt sowie hochglanzpoliert. Die ebenfalls polierten Zeiger sind sauber gesetzt. Auch unter starker Vergrößerung trübt kein Staubkörnchen das perfekte Finish.

Die Ablesbarkeit bei Nacht ist bescheiden, da die Uhr über keinerlei Leuchtmasse verfügt. Dieses ‚Manko‘ kann ich aber gut verschmerzen, da Leuchtmasse nur das klare Bild des Zifferblatts stören würde.

Gehäuse, Glas, Krone

Das Gehäuse besteht aus Edelstahl und ist hochglanzpoliert. Die Verarbeitung ist in jeder Hinsicht hervorragend, das Finish fällt auch an den weniger exponierten Stellen nicht ab. Das Saphirglas ist leicht bombiert und schließt bündig mit dem Rand der Lünette ab. Die geriffelte Krone hat genau die richtige Dimension für mühelosen Aufzug – bei Handaufzugsuhren nicht ganz unwichtig.

Die Krone ist mit dem Firmenlogo, einer Pfeilspitze, signiert. Der Gehhäuseboden trägt die Gravur der Seriennummer. In ihn ist ein Sichtfenster aus Saphirglas eingelassen, das den Blick auf das spektakuläre Kaliber 48 freigibt. Das Gehäuse ist bis 3 ATM wasserdicht.

Uhrwerk

Minerva Pythagore Grande AppliqueDas Kaliber 48 wurde 1943 von Andé Frey entwickelt, der bis Ende 2000 auch Firmeninhaber von Minerva war. Das Werk hat einen Durchmesser von 23,6 mm, was 10½ Linien entspricht.

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Die besondere Ästhetik des Werkes beruht auf den Proportionen der Brücken und Kloben. Diese folgen dem ‚goldenen Schnitt‘ , der von Pythagoras zum ersten Mal beschrieben wurde, und stehen in einem Winkel von 0°, 45° oder 90° zueinander. Platine, Brücken und Kloben sind rhodiniert, Brücken und Kloben mit Genfer Streifen verziert. Diese werden bei Minerva nach traditioneller Weise mit einem Buchsbaumrotor aufgebracht, eine Technik, die nur noch wenige Uhrenmanufakturen beherrschen.

Das absolute Highlight ist jedoch das Hemmungssystem, in dem eine Schraubenunruh verwendet wurde, die durch eine Schwanenhals-Feinregulage justiert wird. Bei so viel Gediegenheit versteht es sich fast von selbst, dass die Unruh mit gemächlichen 18.000 Schwingungen pro Stunde vor sich hin werkelt, was ein herrliches, fast hypnotisierendes ‚Tick-Tack‘ erzeugt.

Die Ganggenauigkeit ist gut und liegt bei meiner Uhr bei ca. + 5 Sekunden pro Tag. Dass die Uhr über keinen Sekundenstopp verfügt, kann ich dabei leicht verschmerzen. Die Gangreserve beträgt 45 Stunden.

Armband und Schließe

Das Armband besteht aus braunem Straußenleder mit gleichmäßiger Maserung. Serienmäßig wird das Band mit einer Stiftschließe ausgeliefert, die mit der Minerva-Pfeilspitze signiert ist. Aus Bequemlichkeit habe ich meine Uhr mit einer Faltschließe aufgerüstet, die jedoch nicht von Minerva stammt. Verarbeitung von Band und Schließe sind untadelig und unterstreichen das hohe Qualitätsniveau der Uhr.

Fazit & Testergebnis

Die Minerva Pythagore Grande ist in der Applique Ausführung eine wunderbar klassische Uhr, an der ich mich so schnell nicht sattsehen werde. Das verwendete Manufakturwerk ist eine echte Besonderheit und wird durch Details wie Schraubenunruh und Schwanenhals zusätzlich aufgewertet. Die Verarbeitung ist erstklassig und spielt bspw. in der Liga der Jaeger-leCoultre Master Grande Taille. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Firma Minerva nach der Übernahme durch einen italienischen Industriellen weiterentwickeln wird.

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