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Mühle Sports M12 Automatik Test

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Mühle Sports Automatik Test

Mühle Sports Automatik Test

Die Geschichte des Uhrenherstellers Mühle reicht bis in das Jahr 1869 zurück. Ein gewisser Robert Mühle gründete in Glashütte eine Fabrik zur Herstellung feinmechanischer Instrumente. Zielkunden waren die ebenfalls in Glashütte ansässigen Uhrenhersteller, die Messinstrumente bspw. zur Bestimmung von Zahnraddicken benötigten. Auch für Maschinen- und Automobilhersteller war man tätig und lieferte Drehzahlmesser, Tachometer und Autouhren.

Nach dem zweiten Weltkrieg folgten Enteignung und teilweise Demontage des Betriebs durch die Sowjets, in der DDR erfolgte die Eingliederung in der Volkseigenen Uhrenbetrieb (VEB GUB). Hans Mühle, der Sohn des Firmengründers, errichtete daraufhin ein neues Unternehmen – auch dieses wurde in den Siebziger Jahren enteignet.

Einen weiteren Anlauf wagte Hans-Jürgen Mühle, der Urenkel von Robert Mühle. Er gründete 1994 zum dritten mal in der Familiengeschichte eine Firma, die bekannte ‚Nautische Instrumente Mühle Glashütte‘. Jedoch lag diesesmal der Tätigkeitsschwerpunkt nicht auf Messinstrumenten, sondern auf Schiffsuhren-Chronometern und Schiffsuhren-Anlagen. Wenige Jahre später wurde die Produktpalette um mechanische Armbanduhren erweitert. Heute ist Mühle ein etablierter Anbieter in der Uhrenszene, der jährlich ca. 15.000 Uhren herstellt.

Zifferblatt und Zeiger

Zifferblatt und Zeiger der Sportsautomatik sind ganz in der Optik klassischer Fliegeruhren gehalten. Bei der Gestaltung der Uhr nahmen die Designer von Mühle nicht zu übersehende Anleihen bei einem modernen Klassiker, der Mark XV von IWC.

Das Zifferblatt ist mattschwarz gehalten, die Ziffern sind unter Verwendung von Tritium aufgedruckt. Auf der Position ’12‘ wurden die Ziffern durch ein Dreieck ersetzt, wie es häufig bei Beobachtungsuhren zu finden ist. Darunter wurde der Firmenname aufgedruckt, wobei sich ‚Nautische Instrumente‘ in einem eleganten Halbkreis über dem Namen ‚Mühle‘ und der Herkunftsbezeichnung ‚Glashütte/Sa‘ erhebt.

Über der ‚6‘ findet sich der Hinweis auf den automatischen Aufzug sowie die Angabe der Wasserdichtheit von 100 Metern. Die Qualität der Aufdrucke ist bei meiner Uhr mittelmäßig. Unter der Lupe zeigen sich deutliche Unschärfen, die jedoch mit bloßem Auge nicht auffallen.

Die Zeiger in Losangé-Optik sind aus poliertem Stahl gearbeitet und wie das Zifferblatt großzügig mit Leuchtmasse versehen. Selbst dem Sekundenzeiger wurde ein leuchtender Punkt spendiert. Die Qualität der Zeiger ist untadelig, sie passen sich perfekt in das Gesamtbild der Uhr ein.

Positiv erwähnt werden muss die perfekt gewählte Länge der Zeiger. Sekunden- und Minutenzeiger reichen vollständig in die Minuterie hinein, der Stundenzeiger ist etwas kürzer. Es ist fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die Zeiger perfekt gesetzt sind.

Die Ablesbarkeit am Tage ist sehr gut. Obwohl das Glas nicht entspiegelt ist, gibt es aufgrund des matten Zifferblatts keine störenden Reflexionen. Bei Nacht macht sich die großzügige Verwendung von Leuchtmasse positiv bemerkbar. Sowohl Ziffern als auch Zeiger sind bei Dunkelheit sehr gut erkennbar, die Uhrzeit somit ohne Probleme abzulesen.

Gehäuse, Glas, Krone

Das Gehäuse aus Edelstahl setzt sich aus drei Teilen zusammen. Die seitlichen Gehäuseflanken und die Lünette sind mattiert, die Gehäuseflanken zwischen den Bandanstößen und der Gehäuseboden sind auf Hochglanz poliert.

Der Gehäuseboden verfügt über ein Vollgewinde. Zusammen mit der verschraubten Krone wird so die Wasserdichtheit von 100 Metern sichergestellt. Der Gehäuseboden ist mit Firmenname und -logo sowie Angaben zur Wasserdichtheit graviert. Obwohl der Gehäuseboden keinen besonderen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, zeigt er innerhalb kurzer Zeit viele kleine und größere Kratzspuren.

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Das Glas der Mühle ist bombiert und schließt bündig mit der Lünette ab, es ist nicht entspiegelt. Die sanfte Wölbung des Glases verschafft der Uhr eine sehr elegante Note, was durch den perfekten Übergang von der satinierten Lünette auch qualitativ unterstrichen wird. Die frühen Serien der Sportsautomatik wurden mit Mineralglas versehen, vor einigen Jahren wurde die Uhr durch ein Saphirglas aufgewertet.

Uhrwerk

Für den Antrieb greift Mühle auf die millionenfach bewährten Produkte des Schweizer Werksherstellers ETA zurück. In der Sportsautomatik kommt ein ETA 2824-2 zum Einsatz, ein sehr robustes Uhrwerk, das nicht umsonst oft als Traktor bezeichnet wird.

Das ETA 2824-2 verfügt über einen Sekundenstopp zum exakten Stellen der Uhr. Die Datumschnellverstellung ermöglicht das bequeme Einstellen des Datums, der Datumswechsel erfolgt augenblicklich wenige Minuten nach Mitternacht.

Mühle nimmt an dem Uhrwerk keine technischen Modifikationen vor, jedoch wird jedes Kaliber vor dem Einschalen nochmals in fünf Lagen feinjustiert. So sind die guten Gangwert auch nicht überraschend, die sich auch seit dem Kauf der Uhr nicht merklich veränderten. Die Gangreserve der Uhr beträgt ca. 40 Stunden.

Armband und Schließe

Die Sportsautomatik ist mit einem Armband aus schwarzem Kalbsleder ausgestattet. Es ist ist semi-rembordiert, was selbst bei Uhren in deutlich höheren Preislagen selten zu finden ist. Das Deckleder ist durch zwei Nähte aufgepolstert, die so entstandene plastische Optik passt hervorragend zum sportlichen Charakter der Uhr.

Das Armband ist mit einer Stiftschließe aus Edelstahl versehen. Diese ist sehr massiv gearbeitet und passt perfekt zum Band. Sie macht einen äußerst stabilen Eindruck, das Schließen und Öffnen des Bandes fällt sehr leicht. Ein schönes Detail ist die Gravur des Firmenlogos, das auf der Schließe aufgebracht ist.

Fazit zum Mühle Sports Automatik Test

Die Mühle Sportsautomatik M-12 macht in jeder Situation eine gute Figur: Der harte Einsatz in Freizeit und Sport ist für die Mühle aufgrund ihrer massiven Bauweise und der Wasserdichtheit von 100 Metern kein Problem. Durch ihr klassiches Design und die hochwertige Verarbeitung macht sie aber auch zum Anzug eine gute Figur.

Damit ist die Sportautomatik eine echte Allround-Uhr und ein Begleiter in allen Lebenslagen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist – auch nach den Preisanpassungen der vergangenen Jahre – immer noch außergewöhnlich gut. Und so ist die Mühle eine ideale Einstiegsdroge in die Welt mechanischer Armbanduhren.

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