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Rolex Submariner 14060M Test

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Rolex Submariner 14060M Test

Rolex Submariner 14060M Test

Im schier unüberschaubaren Meer von Uhrenherstellern, jährlich auf den Markt geworfener neuer Modelle und mehr oder weniger großer Innovationen gibt es einige wenige Uhren, die dem hektischen Treiben um sie herum mit erstaunlicher Gelassenheit begegnen. Sie sind seit Jahrzehnten auf dem Markt und von ihren Herstellern behutsam weiterentwickelt worden. Mittlerweile sind sie Ikonen ihrer selbst – eben das, was man als Klassiker bezeichnet.

Zu diesem exklusiven Kreis zählt beispielsweise die Omega Speedmaster mit Handaufzug, die erste Uhr auf dem Mond. Die Patek Phillipe Calatrava ist das Sinnbild der eleganten Uhr. Oder eben die Rolex Submariner, die Mutter aller Taucheruhren.

Die Submariner wurde von Rolex 1953 entwickelt und der Öffentlichkeit ein Jahr später auf der Basler Messe vorgestellt. Über die Jahre wurde die Sub ständig verbessert: Die Wasserdichtheit stieg von Anfangs 100 m auf heute 300 m, die verwendeten Uhrwerke wurden technisch überarbeitet, Gehäuse, Zifferblatt und Band erfuhren diverse Aufwertungen (vgl. hierzu Entwicklung der Submariner). Zudem wurde eine Submariner mit Datum sowie mit der Sea-Dweller eine tiefseetaugliche Taucheruhr vorgestellt.

Im Jahr 2003, dem Jubiläumsjahr der Sub, wird die Submariner no Date von Rolex eher stiefmütterlich behandelt. Die Uhr findet auf der offiziellen Rolex Webpage keine Erwähnung, SEL-Band und Chronometerzeugnis bleiben ihr verwehrt, und zum 50-jährigen Geburtstag wird die erst viel später lancierte Submariner Date mit einer grünen Lünette und größeren Indexen aufgehübscht.

Auf diese Weise bleibt die Submariner ohne Datum weitgehend unbehelligt vom Hype, der sich um ihre Schwestermodelle mit Datum entwickelt hat. Wenn man also eine Submariner no Date in der Öffentlichkeit sieht, stehen die Chancen recht gut, dass der Ticker nicht aus Asien kommt! Mittlerweile sind die Submariner Modelle ohne Datum aber äußerst begehrt und nur mit jahrelanger Warteliste zu bekommen.

Zifferblatt und Zeiger

Das Zifferblatt der Submariner ist hochglänzend schwarz ohne jegliche Unebenheiten. Die 5-Minuten Indices bestehen aus Weißgold und sind mit Superluminova ausgefüllt. Durch die fehlende Datumsanzeige ist der Aufbau des Zifferblatts wunderbar symmetrisch, die Uhr strahlt dadurch eine große Ruhe aus. Dazu trägt auch die sparsame Verwendung zusätzlicher Aufdrucke bei, die allesamt gestochen scharf aufgebracht sind. Neben dem Markennamen und der Modellbezeichnung Oyster Perpetual Submariner findet sich nur noch der dezente Hinweis auf die Wasserdichtheit von 1000 ft = 300m.

Die Zeiger sind analog den Indexen aus Weißgold und ebenfalls mit Superluminova ausgelegt. Die Länge der Zeiger ist ideal gewählt, der Minutenzeiger reicht bis in die Minuterie hinein, der Sekundenzeiger ist sogar noch einen Tick länger. Wie das Zifferblatt sind die Zeiger makellos gearbeitet und auf Hochglanz poliert. Außerdem bestehen die Zeiger und Indizes aus Gold, um Anlaufen zu vermeiden.

Die Ablesbarkeit am Tage ist hervorragend, bei Nacht lässt die Leuchtkraft der Superluminova jedoch relativ schnell nach. Aufgrund des planen Glases können unter Wasser bei bestimmten Winkeln starke Reflexionen auftreten. Mittlerweile hat Rolex die Leuchtmasse bei modernen Modellen verbessert und auch das Uhrenglas ist mittlerweile innenseitig entspiegelt.

Gehäuse, Glas, Krone

Das Gehäuse aus Edelstahl ist nicht gestanzt, sondern aus einem massiven Stück Stahl gefräst. Die Oberseite ist relativ grob satiniert, als Kontrast hierzu sind die Flanken hochglanzpoliert. Das Gehäuse ist mit einem geschraubten Boden verschlossen, dieser kann nur mit einem Spezialwerkzeug geöffnet werden. Das Gehäuse ist bis 300 m wasserdicht.

Wesentliche Voraussetzung für die hohe Wasserdichtheit ist die Konstruktion der Krone. Bei den Rolex Tauchermodellen wird eine Triplock Krone verwendet, die mit Dichtungen auf dem Tubus, der Aufzugswelle und der Krone selbst gleich dreifach vor eindringendem Wasser schützt.

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Die Triplock Krone ist deutlich größer als die Twinlock, die beispielsweise bei den Modellen GMT Master und Explorer II verwendet wird. Sie ist wunderbar griffig und es macht einfach nur Spaß, die Krone auf und zu zuschrauben. Hier wird wirklich fühlbar, mit welcher Präzision die gesamte Uhr gearbeitet ist. Ein massiver Flankenschutz sichert die Krone zusätzlich vor seitlichen Stößen.

Das Glas besteht aus Saphir, es ist völlig plan und nicht entspiegelt. Es schließt nicht bündig mit der Lünette ab, sondern ragt ca. 1 mm über deren Rand hinaus – es ist damit der Gefahr von Stößen stärker als notwendig ausgeliefert. Da die Referenz 14060M ohne Datumsmechanismus daher kommt, kann natürlich auch auf die berühmt-berüchtigte Datumslupe verzichtet werden.

Wie es sich für eine Taucheruhr gehört, verfügt die Submariner über eine nur einseitig gegen der Uhrzeigersinn drehbare Lünette. Sie rastet sehr präzise in 120 Schritten, ist jedoch nicht sehr leichtgängig. Der Drehring trägt 5-Minuten Markierungen ergänzt durch Minutenindexe für die erste Viertel Stunde.

Uhrwerk

Das Rolex Kaliber 3130 stammt aus der aktuellen Kaliberfamilie 31xx. Basis ist das Kaliber 3135 mit Datumsanzeige, das beispielsweise in den Oyster Perpetual Modellen Submariner Date oder Datejust verwendet wird. Beim Cal. 3130 entfällt der Datumsmechanismus, entsprechend kommt das Cal. 3130 mit knapp 200 Bauteilen aus (das Cal. 3135 verfügt über 225 Bauteile).

Obwohl das Cal. 3130 nur die Grundfunktionen Stunde, Minute und Sekunde beinhaltet, verfügt es doch über alle technischen Merkmale der neuesten Rolex Werksgeneration. Eines der wesentlichsten ist die Verwendung einer Unruhbrücke statt des Unruhklobens für maximale Stabilität und verbesserte Feinjustage. Eine Breguet-Spirale sorgt zusammen mit den Microstella-Reguliergewichten für ein ein möglichst freies Schwingen der Unruh, die mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde oszilliert.

Zum genauen Einstellen der Uhrzeit verfügt das Uhrwerk über einen Sekundenstopp. Beim Stellen der Zeiger ist jedoch trotzdem ein kleines bisschen Fingerspitzengefühl nötig: Hat man den Minutenzeiger exakt gestellt und lässt die Krone los, so dreht der Minutenzeiger um etwa eine Minute zurück. Dabei handelt es sich nicht um ein spezifisches Problem meiner Uhr, dieses Phänomen ist auch bei anderen Uhren mit dem Cal. 31xx zu beobachten.

Das Gangverhalten der Submariner ist untadelig und bewegt sich innerhalb der Chronometernorm – auch ohne ein entsprechendes Zertifikat. Auf der Zeitwaage stellte der Uhrmacher zwar einen relativ großen Abfallfehler fest, dieser wirkt sich jedoch offensichtlich nicht sonderlich negativ auf das Gangverhalten aus.

Armband und Schließe

Das Oyster Band der Submariner ist wahrscheinlich der am kontroversesten diskutierte Bestandteil der ganzen Uhr.

Das Oyster Band besteht aus 11 Gliedern, drei davon können zur Anpassung der Länge mittels Schrauben entfernt werden. Die Mittelglieder des Bands sind hohl gearbeitet – ein häufig zu hörender Kritikpunkt, der sich jedoch in der Praxis nicht nachteilig auswirkt. Die Oberfläche des Bandes ist satiniert, ebenso die Flanken der Bandglieder.

Die verwendete Faltschließe nennt Rolex ‚Flip Lock‘. Die Flip Lock Schließe ist ausschließlich bei den Tauchermodellen Submariner und Sea Dweller zu finden; sie hat gegenüber den Oysterlock Schließen den Vorteil einer ausklappbaren Bandverlängerung. Diese erlaubt die Verlängerung des Bandes in Sekundenschnelle, so dass die Uhr bequem über dem Taucheranzug getragen werden kann.

Unabhängig davon kann die Bandlänge mittels eines in der Schließe rastenden Stifts feinjustiert werden. Die Schließe selbst erfüllt ihre Funktion untadelig. Sie rastet sauber ein und wird durch einen kleinen Bügel vor ungewolltem Öffnen zusätzlich gesichert.

Bei der Befestigung des Bandes am Gehäuse steht die Submariner ohne Datum im Schatten ihrer Oyster Schwestern: Bislang wurden ihr die Solid End Links (SEL) – massive Bandanstöße – versagt, und so wird das Band nur durch das Mittelglied an den Gehäusehörnern festgehalten. Das ist zwar funktional kein Nachteil, aus ästhetischer Sicht ist das bei einer Uhr jenseits der 3.000 Euro Grenze jedoch nicht angemessen.

Trotz allem ist der Tragekomfort des Bandes hervorragend. Da ziept und zwickt nichts, und das Band klappert auch nur dann, wenn es abgenommen wird. Einzig im Büroalltag halte ich die Flip-Lock-Schließe für zu mächtig, bei der Arbeit am PC ist sie ein wenig hinderlich.

Fazit: Rolex Submariner Test

In den 50 Jahren ihres Bestehens hat sich die Submariner ohne Datum zu einer höchst robusten Sportuhr entwickelt. Auch ohne das prestigeträchtige Chronometerzertifikat ist das Gangverhalten der Uhr sehr gut, die Verarbeitung insbesondere von Gehäuse und Zifferblatt ist hervorragend. Die klare Gestaltung – ermöglicht durch die fehlende Datumsanzeige – ist ein weiteres Plus.

Einziger Kritikpunkt ist die simple Befestigung des Bandes am Gehäuse – es bleibt eines der vielen Geheimnisse von Rolex, warum ausgerechnet die Ur-Sub nicht mit Solid End Links ausgestattet wird. Ein Nachteil, der sich in der Summe der sonst äußerst positiven Eigenschaften jedoch relativiert.

Somit ist die Submariner ohne Datum die ideale Einstiegsdroge in die Welt der Rolex Oyster Professional Modelle. Ihre 50-jährige Geschichte trägt nicht unwesentlich zu ihrer besonderen Ausstrahlung bei, und macht die Referenz 14060M auch im Vergleich zu ihren Schwestermodellen zu etwas ganz besonderem.

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