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Rolex Explorer I Ref. 114270 Test

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Rolex Explorer 1 Test

Rolex Explorer 1 Test

Die Rolex Explorer I mit der Referenz 114270 gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Armbanduhren von Rolex – immerhin ist sie eine der günstigsten Sportmodelle. Die Lancierung der Explorer im Jahr 1953 wurde von Rolex geschickt promoted: Die Uhr war Teil der Ausrüstung, die Edmund Hilary and Tenzing Norgay bei ihrer Expedition auf die Spitze des Mount Everest begleitete.

Stabilität, Unempfindlichkeit gegen Wasser, Temperatur und mechanische Belastungen – besser hätte man die Tugenden der Explorer kaum unter Beweis stellen können. Am 29. Mai 1953 erklommen Hilary und Norgay die Bergspitze, die Uhr für ‚Entdecker‘ trug ihren Teil zu dieser phantastischen menschlichen Leistung bei.

Seither wurde die Explorer behutsam weiterentwickelt. In den frühen 70er Jahren ergänzte die größere Explorer II die Produktpalette, sie verfügt zusätzlich über eine Datumsanzeige und eine Indikation einer zweiten Zeitzone. Davon unberührt ist die Explorer heute noch immer das, wofür sie vor über 50 Jahren geschaffen wurde: eine robuste Drei-Zeiger-Uhr.

Zifferblatt und Zeiger

Rolex Explorer Ref. 114270Die Explorer verfügt über ein schwarzes Zifferblatt, das am äußeren Rand mit einem exakt aufgebrachten Aufdruck der Minuterie versehen ist. Die 5-Minuten Indices bestehen wie bei allen Sportmodellen aus Weißgold. Bei den Positionen ‚3‘, ‚6‘ und ‚9‘ wurden die entsprechenden Ziffern appliziert, bei der ’12‘ findet sich ein Dreieck, an der übrigen Positionen kleine rechteckige Markierungen. Alle Indices sind zur Verbesserung der Nachtablesbarkeit mit Superluminova ausgefüllt.

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Weitere Aufdrucke betreffen das Rolex Krönchen, den Markennamen sowie die Modellbezeichnung ‚Oyster Perpetual Explorer‘ in der oberen Zifferblatthälfte, darunter ist der unvermeidliche Hinweis auf den Chronometer-Status des Uhrwerks (‚Superlative Chronometer officially certified‘) zu sehen. Angaben zur Wasserdichtheit der Uhr finden sich nicht. Alle Aufdrucke sind gestochen scharf, selbst mit der Lupe sind keine Unregelmäßigkeiten zu erkennen.

Insgesamt macht das Zifferblatt einen sehr aufgeräumten Eindruck. Ein Grund dafür ist sicher die fehlende Datumsanzeige. Hierdurch wird das Zifferblatt in seiner Symmetrie nicht gestört, außerdem wird dadurch natürlich auch die glubschige Datumslupe entbehrlich, die sonst wie ein dicker Öltropfen in der Nähe der Krone sitzt.

Die Zeiger sind analog den Indexen aus Weißgold, auch sie sind mit Superluminova belegt. Bei der Länge der Zeiger hat Rolex ein wenig gegeizt. Der Minutenzeiger reicht nicht bis in die Minuterie hinein, der Sekundenzeiger streift sie knapp. Auch der Stundenzeiger ist im wahrsten Sinn des Wortes ‚zu kurz gekommen‘. In Punkto Verarbeitung zeigen sich jedoch keinerlei Schwächen, die Zeiger sind makellos gearbeitet und auf Hochglanz poliert.

Die Ablesbarkeit der Explorer am Tage ist sehr gut, die weißen Indexe bilden einen optimalen Kontrast zum schwarzen Zifferblatt. Wie bei allen Rolex Sportmodellen kommt es aufgrund des planen und nicht entspiegelten Glases unter bestimmten Winkeln zu Reflexionen. Die Nachtablesbarkeit ist Dank Superluminova gut, jedoch kommt die Leuchtmasse der Ziffern ‚3‘, ‚6‘ und ‚9‘ überhaupt nicht zur Geltung.

Gehäuse, Glas, Krone

Das Gehäuse aus Edelstahl ist wurde aus einem massiven Stück Stahl gefräst. Die Oberseite ist relativ grob satiniert, die Lünette und die Gehäuseflanken sind hochglanzpoliert. Wie alle Rolex Oyster Modelle ist das Gehäuse ist mit einem Schraubboden versehen, der nur mit einem Spezialwerkzeug geöffnet werden kann. Das Gehäuse ist bis 100 m wasserdicht, eine entsprechende Kennzeichnung ist jedoch weder auf Zifferblatt noch Gehäuseboden aufgebracht.

Die Krone der Explorer ist recht zierlich. Es handelt sich um eine Twinlock Krone, wie sie beispielsweise auch bei den Datejust Modellen verbaut wird. Sie verfügt über zwei Dichtungen, wird jedoch im Gegensatz zum Schwerstermodell Explorer II nicht durch einen Flankenschutz zusätzlich vor Stößen gesichert.

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Für das Uhrglas verwendet Rolex künstlichen Saphir, der zu einem völlig planen Glas verarbeitet wird. Durch die fehlende Bombierung und den Verzicht auf eine Entspiegelung zumindest der Innenseite kommt es unter ungünstigen Winkeln zu starken Reflexionen, die Ablesbarkeit ist dadurch teilweise eingeschränkt. Trotzdem ziehe ich die nicht-enspiegelte Variante einem beschichteten Uhrglas vor, da eine Entspiegelungsschicht recht anfällig für Kratzer ist. Wie auch bei der Submariner ragt das Uhrglas deutlich über den Rand der Lünette hinaus. Bei unglücklichen Stößen kann somit schon mal eine Ecke des Saphirglases absplittern – eine unnötige Schwachstelle. Wie alle Rolex Uhren der jüngeren Generation verfügt die Explorer über die eingelaserte Rolex Krone, die bei der ‚6‘ in das Glas eingebrannt wurde.

Uhrwerk

Auch in der Explorer Ref. 114270 werkelt ein Kaliber aus der aktuellen Familie 31xx, die hier verwendete Variante ohne Datumsmechanismus trägt die Bezeichnung 3130. Dieses Werk wird auch in der Air-King, der Oyster Perpetual und der Submariner no Date verwendet, bei der Explorer ist das Werk zusätzlich von der C.O.S.C. zertifiziert.

Ich trage die Explorer tagsüber und lege sie nachts ab. Beim Tragen wird sie keinen größeren mechanischen Belastungen ausgesetzt. Trotzdem weist sie einen relativ starken Vorgang auf, der zumindest alle zwei Wochen ein Nachstellen erfordert. Dies halte ich noch für akzeptabel, aus Interesse habe ich die Uhr dennoch beim Uhrmacher auf die Zeitwaage gelegt.

Mir ist bewusst, dass es sich dabei nur um eine Momentaufnahme handelt, trotzdem sind die Ergebnisse erstaunlich:

Lage Gang (Sek.)
Krone links + 8
Krone oben + 5
Krone unten + 7
Zifferblatt oben + 5
Zifferblatt unten + 4
Durchschnitt + 5,8

In allen Lagen ist ein deutlicher Vorgang erkennbar. Bildet man den Durchschnitt der fünf Gänge, so ergibt sich in Anlehnung an die C.O.S.C. Messgröße ‚mittlerer täglicher Gang in den fünf Lagen‘ M[quer] ein Wert von + 5,8 Sekunden pro Tag. Das ‚erlaubte‘ Spektrum der C.O.S.C. liegt zwischen – 4 und + 6 Sekunden pro Tag bei Werken mit einem Durchmesser von über 20 mm. Somit liegt die Explorer noch kanpp innerhalb der C.O.S.C.-Spezifikation. Von einem ’superlative Chronometer‘ hätte ich ein wenig mehr erwartet! Paradoxerweise weist meine Sub no Date – ebenfalls mit Cal. 3130, jedoch ohne Chronometerzertifikat – ein deutlich besseres Gangverhalten auf.

Armband und Schließe

Das Oyster Band der Explorer besteht aus 12 Gliedern, zwei davon können zur Anpassung der Länge mittels Schrauben entfernt werden. Die Mittelglieder des Bands sind hohl gearbeit, die Bandoberfläche ist satiniert. Ein schöner Kontrast hierzu sind die polierten Flanken der Bandglieder, die sehr gut mit den ebenfalls polierten Gehäuseflanken harmonieren.

Die Faltschließe entstammt der Gattung ‚Oyster Lock‘. Sie rastet äußerst exakt ein und verfügt über einen kleinen Sicherungsbügel, der die Schließe vor ungewolltem Öffnen schützt – ein Feature, was ansonsten den Professional Modellen mit 40 mm Durchmesser vorbehalten ist. Die Faltschließe bietet die Möglichkeit der Längenfeineinstellung. Somit kann die Bandlänge in gewissen Grenzen mühelos verstellt werden, um sie individuellen Tragegewohnheiten anzupassen.

Das Band ist mittels massiven Bandanstößen – Solid End Links (SEL) – am Gehäuse befestigt. Die Hörner sind nicht durchbohrt. Trotz der Solid End Links ist der Übergang vom Band zum Gehäuse nicht sehr harmonisch, da das Band nicht bündig an die Lünette anschließt. Ein solches ‚Flickwerk‘ ist einer Uhr dieser Preisklasse eigentlich unwürdig.

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Der Tragekomfort der Uhr ist über alle Zweifel erhaben. Die Balance zwischen Uhr und Band ist ideal, das Band passt sicher hervorragend dem Arm an, da klemmt und klappert nichts. Die von mir bei der Submariner bemängelte Mächtigkeit der Schließe betrifft die Explorer nicht. Da keine Tauchverlängerung eingebaut wurde, fällt die Schließe deutlich zierlicher aus.

Fazit zur Rolex Explorer I

Falls man bei einer Uhr von Rolex aufgrund der überwältigenden Bekanntheit der Marke überhaupt von Understatement sprechen kann, so trifft dies am ehesten auf die Explorer zu. Das klassiche, klar strukturierte Zifferblatt bewegt sich fern jeder Modetrends, durch die fehlende Datumslupe ist die Uhr nicht sofort als Rolex zu identifizieren. Die Verarbeitung der gesamten Uhr gibt keinen Anlass zur Kritik, sieht man einmal vom unwürdigen Übergang des Oyster Bands zum Gehäuse ab. Das Herz der Explorer ist das bärenstarke Manufaktur Kaliber 3130, das aufgrund seiner Gangwerte aber nur knapp den Status ‚Chronometer‘ für sich beanspruchen darf.

Die Explorer ist eine ideale Allround Uhr, sie macht sowohl zum Anzug als auch zur Jeans eine gute Figur. Durch die Wasserdichtheit von 100 m und das stabile Gehäuse ist sie auch für den Sporteinsatz geeignet – so der Besitzer keine all zu ausgeprägte Phobie vor Kratzern hat.

Einzig die Preispolitik von Rolex trübt das Bild ein wenig: EUR 3.090 für eine schlichte Drei-Zeiger-Uhr ohne Komplikation sind kein Sonderangebot. Für nur EUR 30 Aufpreis erhält man beispielsweise eine Datejust mit Datumsanzeige, oder eine Submariner Ref. 14060M – bei beiden Modellen habe ich das Gefühl, mehr ‚value for money‘ zu bekommen.

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